Im Kurpark Bad Dürrheim ist für Abwechslung gesorgt: Er bietet nicht nur viel Grün, sondern beherbergt auch das Fasnachtsmuseum Narrenschopf. Daneben werden alle, die gerne Minigolf spielen, beim Adventure-Golf viel Spaß haben.
Der Adventure-Golfplatz bietet auf seinen Bahnen viel Abwechslung.
Die bunten Bälle rollen über Wellen, durch ein Wasserrad oder ein Fass hindurch. Bahn eins ist eher zum Warmspielen, eine gerade Bahn mit einem Loch in der Mitte des Zielkreises. Wir sind beim Adventure-Golf in Bad Dürrheim, Luisenstraße 37. An diesem Tag ist mächtig was los auf dem idyllisch gelegenen Platz im Kurpark, der Freizeitspaß für jedes Alter bietet. Ganze Familien, eine Gruppe Jugendlicher, Großeltern mit ihren Enkeln, junge Mädels, zwei Mütter mit vier Kindern – sie alle haben ein Ziel: mit möglichst wenig Schlägen den Ball ins Loch zu befördern. Auf 4000 Quadratmetern und 18 modellierten, naturgetreuen Kunstrasenbahnen, die das Gefühl eines echten Golfplatzes vermitteln, gibt es verschiedene Hindernisse wie Brücken, Höhen und Bachläufe zu umspielen.
Adventure-Golf: das neue Minigolf
Die Bahnen sind phantasievoll gestaltet.
Adventure-Golf ist das neue Minigolf, wobei die zwischen acht und 45
Meter langen Strecken abenteuerreicher, naturnaher und interessanter
gestaltet sind. Hindernisse wie Hügel, Baumstämme und Wasserläufe, aber
auch Weinfass, Röhren und andere Durchlässe machen jede Bahn zu einer
speziellen Herausforderung. Beispielsweise bei Parcours 4 gilt es, den
Ball durch ein sich drehendes Wasserrad zu schmettern. Für die kleineren
Kinder – ab drei Jahren dürfen sie auf den Platz – ein mit etwas
händischer Nachhilfe überwindbares Hindernis. Ein Weinfass samt Kurve
treibt bei Station 12 das Ergebnis der Schläge auch der Erwachsenen in
die Höhe. Der bereitliegende Kescher hat seine Berechtigung. Denn mit
ihm werden die bunten Bälle gefischt, die statt auf dem Green im
fließenden Gewässer landen. Sind viele Spieler auf dem Platz und es
kommt zu Wartezeiten, stehen mehrere Sitzgelegenheiten im Bereich des
Anschlags. Wie beim großen Bruder Golf ist auch bei Bahn 18 für die
jungen Mädels Schluss. Punkte werden zusammengezählt, und der
Freudenschrei einer Spielerin verdeutlicht, wer hier als Gewinnerin vom
Platz geht. Nach dem Freizeitspaß auf der sehr gepflegten und erst vor
vier Jahren eröffneten alten Anlage empfiehlt sich eine Einkehr am
Golf-Kiosk mit Biergarten. Wer noch fit ist, kann im angrenzenden
Trimm-Dich-Pfad seine Muskeln stählen oder sich in der
Wellnesslandschaft der unweit gelegenen Solemar-Therme Körper und Seele
baumeln lassen.
Öffnungszeiten Adventure-Golf:
bis 27. Juli: Montag bis Freitag, 13
bis 21 Uhr / Samstag, Sonntag, Feiertag, 11 bis 21 Uhr.
28.7. bis 11.9.:
täglich 10 bis 21 Uhr.
www.adventuregolf-badduerrheim.de
Von Hopfensau und Scheinreiter
73 Narrenzünfte präsentieren mit 380 farbenfrohen Figuren ihr Brauchtum.
Sie wollten schon immer mal wissen, was eine Hopfensau
ist? Oder was es mit dem Scheinreiter auf sich hat? Oder warum die
Säckchen des Salzhansels mit verschiedenfarbigen Schnüren
zusammengebunden sind? Dann sollten Sie einmal das Narrenschopf-Museum
in Bad Dürrheim besuchen. Auf der insgesamt 1200 Quadratmeter großen
Fläche präsentieren 73 Narrenzünfte aus Südwestdeutschland und der
Schweiz ihre Fastnachtsutensilien. Traditionelle Fastnachtsmasken, die älteste stammt aus dem Jahr 1814,
Gewänder und närrische Requisiten, die die Welt von Fastnacht und
Karneval bunt und informativ aufleben lassen, bringen auch
eingefleischte Fasnetmuffel ins Staunen.
Das Museusgebäude selbst ist schon ein echter Hingucker.
Dabei ist das 1973 errichtete Museumsgebäude mit seinen drei Kuppeln
allein schon ein Hingucker. Drinnen gibt es Wissenswertes und Kurioses
aus der Geschichte wie der Gegenwart des alten Brauchs, der durch
zahlreiche Medien- und Mitmachstationen modern präsentiert wird und
einen kurzweiligen Besuch verspricht. Mittels App kann das Museum über das Smartphone erkundet werden, im
3D-Kino können Fastnachtsumzüge angesehen werden, und als ganz neue
Attraktion gilt das „Virtual-Reality-Erlebnis”, bei dem mittels
VR-Brille Fasnet aus einer ganz neuen Perspektive betrachtet werden
kann. Dabei wird einem beispielsweise das Gefühl vermittelt, über dem
Brunnen in Munderkingen zu schweben und den jungen Männern beim Sprung
ins eiskalte Wasser zuzuschauen.
Führungen und Museumsrallye
Auch für Kinder gibt es Angebote, wie beispielsweise eine Museumsrallye
oder spezielle Kinderführungen. Überhaupt ist es ratsam, eine der
angebotenen Führungen in Anspruch zu nehmen. Dabei wird nicht nur ein
Einblick in Herkunft und Entstehung der Fastnacht gegeben, sondern man
erfährt auch viele interessante Details, spannende Hintergründe und
lustige Anekdoten. Beispielsweise, dass die Tettnanger „Hopfensau” die
Hopfenernte als letzte beendete und immer 20 Sauen von einer
Hopfenspinne begleitet werden.
Viele Fasnetfiguren verkörpern den früheren Reichtum einer Gemeinde,
wie eben die Hopfensau von Tettnang oder der Salzhansel von Bad
Dürrheim. Wie von Museumsführerin Monika Link zu erfahren ist, wurde das
„weiße Gold” bis 1972 produziert und in 50-Kilogramm-Säcken bis nach
Afrika exportiert. 800 bis 1000 kleine Salzsäckle sind auf die Hästeile
aufgenäht, die mit bunten Schnüren für die Kennzeichnung der
verschiedenen Salzsorten zusammengebunden sind. Etliche Figuren tragen Tiere oder Tierteile wie den Fuchsschwanz oder
Tierfelle (Messkircher Katz) mit sich. „Dafür wurde kein Tier extra
getötet”, betont die Museumsführerin. Der Scheinreiter erinnert an
Hungerszeiten, bei denen auch Pferde gegessen wurden. Überhaupt hätten
schlechte Zeiten Einfluss auf die Fasnet, beispielsweise die Pest
(Pestmännle aus Hechingen).
Früher hätten die Menschen für ihre Maskierung oft das, was die Natur
ihnen bot, verwendet. Dafür spreche beispielsweise das Häs des Wolfacher
Nussschalenhansel aus 2000 aufgenähten halben Walnussschalen oder des
Furtwanger Bodenwälders, der ganz in eine Baumflechtenart gehüllt ist.
Empfehlenswert ist die Einkehr im Museumscafé mit Terrasse oder ein
Spaziergang durch den Kurpark mit Springbrunnen, Spielplatz und
Kneippschem Kräutergarten.
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag von 14 bis 17 Uhr, Sonn- und
Feiertag von 11 bis 17 Uhr. Gruppenbesuche auch außerhalb auf Anfrage. Vom Busbahnhof Bad Dürrheim ist der Kurpark zu Fuß schnell erreichbar.
www.narrenschopf.de
Grimmig schaut der Enzilochmann der Schweizer
Karnöffelzunft Willisau.
Der Rote Fuchs aus Triberg gilt als eine der ältesten erhaltenen Narrenfiguren der schwäbisch-alemannischen Fasnacht.