Pflanzenbau | 17. March 2017

ECHA: Glyphosat nicht krebserregend

Der Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) hat die Einstufung des Herbizidwirkstoffs Glyphosat als nicht krebserregend bestätigt. Die verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse erfüllten nicht die Kriterien, um Glyphosat als krebserregend zu bewerten, teilte ECHA heute in Helsinki mit. Damit machte die Behörde den Weg frei für eine längere Zulassung des Wirkstoffs.
Die „Arbeitsgemeinschaft Glyphosat (AGG)” wies darauf hin, dass die Behörde in ihrem Gutachten auch zu dem eindeutigen Schluss gekommen sei, dass Glyphosat keine mutagenen, fortpflanzungsschädigenden oder genotoxischen Eigenschaften aufweise.
Der kommissarische Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes Agrar (IVA), Dr. Dietrich Pratt, forderte die Europäische Kommission auf, jetzt die mehrfach verschobene Genehmigung von Glyphosat zu erteilen. Auch von der Bundesregierung dürfe man erwarten, dass sie sich für ein zügiges Verfahren in Brüssel einsetze. Es gehe auch um Deutschlands Glaubwürdigkeit in Europa, so Pratt. Vor allem aber gehe es darum, den Landwirten in der EU den Einsatz dieses wichtigen Herbizidwirkstoffs zu ermöglichen.
Der EU-Dachverband der Pflanzenschutzindustrie (ECPA) stellte fest, dass die Einstufung der ECHA, dass Glyphosat nicht krebserregend sei, übereinstimme mit den schon existierenden 90000 Seiten an Gutachten, mit den 3300 Peer-review-Studien, den Einschätzungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und weiteren Zulassungsbehörden weltweit. Man erwarte nun, dass die EU-Kommission Glyphosat für weitere 15 Jahre zulasse, so wie dies ursprünglich vorgeschlagen worden sei, bevor dieses Thema zu einer politischen Debatte geworden sei.
Auch AGG-Sprecherin Ursula Lüttmer-Ouazane stellte fest, für die Mitgliedstaaten gebe es nun keine Hinderungsgründe mehr, sich einer erneuten Zulassung von Glyphosat zu verweigern. Sie hoffe nun, so Lüttmer-Ouazane, dass die überaus emotionalen und unsachlichen Debatten zu diesem Thema jetzt der Vergangenheit angehörten. AgE