Politik | 25. Januar 2018

Die Stimmung der Bauern trübt sich ein

Von AgE
Die wirtschaftliche Stimmung der deutschen Landwirte hat sich laut neuestem Konjunkturbarometer Agrar weiter verschlechtert. Der Grund dafür sind laut dem Deutschen Bauernverband pessimistischere Zukunftserwartungen.
Der aktuelle Index-Wert liegt zwar um 2,2 Punkte über dem des Vorjahreszeitpunktes, bleibt aber deutlich hinter den Dezember-Werten der Jahre 2011 bis 2013 zurück, als in der Spitze 37,2 Punkte erreicht wurden.
Wie aus dem  Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervorgeht, ist der Index seit der vorangegangenen Erhebung im September von  26,6 Punkten auf 23,2 Punkte im Dezember 2017 gefallen. Der aktuelle Wert liegt  um 2,2 Punkte über dem des Vorjahreszeitpunktes, bleibt aber zugleich deutlich hinter den Dezember-Werten der Jahre 2011 bis 2013 zurück, als in der Spitze 37,2 Punkte erreicht wurden.
Trotzdem mehr investieren
Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist dem Bauernverband zufolge seit Mitte 2017 nahezu unverändert geblieben. Die Investitionsbereitschaft der deutschen Landwirte hat wieder zugenommen, auch wenn das für die kommenden Monate geplante Investitionsvolumen deutlich unter dem Niveau von vor der Preiskrise 2015/16 liegt. Laut der jüngsten Erhebung wollen 32 Prozent der Landwirte in den kommenden sechs Monaten investieren; vor einem Jahr waren es 29 Prozent. Das dabei geplante Investitionsvolumen liegt mit vier Milliarden (Mrd.) Euro um gut 0,4 Mrd. Euro über dem des Vorjahreszeitpunktes, erreicht aber nicht das  Niveau der Jahre 2013 und 2014 von  mehr als 6,0 Mrd. Euro. Von den  geplanten Investitionen entfallen laut DBV 2,1 Mrd. Euro auf  Stall und Stalltechnik, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 0,2 Mrd. Euro. Den gleichen Zuwachs verzeichnen  die vorgesehenen Maschineninvestitionen von 1,0 Mrd. Euro. Investitionsvorhaben bei erneuerbaren Energien sind nach Angaben des Bauernverbandes  rückläufig.
Die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung wird von den Landwirten auf der Notenskala 1 bis 5 im Durchschnitt mit 3,14 bewertet. Damit sind die Zukunftserwartungen im Vergleich zum September zurückgegangen. Maßgeblich dafür ist laut DBV eine erheblich pessimistischere Einschätzung der Futterbaubetriebe. Die aktuelle wirtschaftliche Situation wird mit 2,86 deutlich besser beurteilt und ist seit September unverändert. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den Betriebsformen. Während Ackerbau- und vor allem Veredlungsbetriebe nach wie vor eine verschlechterte wirtschaftliche Situation beklagen, verbesserte sich die Situation der Milchviehbetriebe.
Höhere Preise für Betriebsmittel
Wie der Bauernverband erklärte, ist die Preisentwicklung der mit Abstand wichtigste Einflussfaktor für die Beurteilung der Situation in den Betrieben. Insbesondere niedrigere Erzeugerpreise für Milch und Schweine sowie höhere Betriebsmittelpreise für Düngemittel, Strom und Treibstoffe wirkten sich  negativ auf die Stimmungslage aus. Ein besonders belastender Einfluss gehe  von den Pachtpreisen aus. Relativ positiv würden dagegen die Rinderpreise und weiter besonders die Kapitalmarktzinsen und die Leasing-Konditionen beurteilt.