Land und Leute | 24. Oktober 2019

BBL-Bericht aus ... Saarbrücken

Von Timo Manger
Der Arbeitskreis Agrarpolitik des Bundes Deutscher Landjugend (BDL) diskutierte über die Bedeutung der Landwirtschaft im Klimaschutz. Melanie Mennicke, Timo Manger und Tobias Selinger vom BBL nahmen daran teil.
In einer kleinen Runde debattierte der AK Agrar in Saarbrücken.
Zum Arbeitskreis Agrar der Deutschen Landjugend ging es nach Saarbrücken im Saarland. Gleich am Samstagmorgen referierte Simon Keelan von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung über die Verwaltung der Agrarumweltprogramme (Baden-Württemberg: FAKT-Programm) und erwähnte, dass für Agrarumweltmaßnahmen 600 Millionen Euro zur Verfügung stünden, die Ergebnisse der Maßnahmen aber hinter den Erwartungen zurückblieben. Anschließend stellte er ein Modell aus den Niederlanden vor, wo keine Einzelanträge, sondern nur noch kollektive Anträge für Agrarumweltmaßnahmen  gestellt werden können. Dieses Verfahren reduziere den Verwaltungsaufwand erheblich. Darüber hinaus  können die Niederländer für die Verwaltung ihrer Kollektive und für eine interne Beratung im Kollektiv EU-Gelder beantragen. Zum Thema ‚Anpassungsmöglichkeiten der Landwirtschaft an den Klimawandel‘ stellte Keelan die betriebliche Klimaschutzberatung in Niedersachsen vor. Hier können Betriebe  durch entsprechende Maßnahmen ein ökonomisches Plus erzielen. Nach dem fachlichen Einstieg ging es weiter mit einer Diskussion über das niederländische Modell und über die eventuelle Anwendbarkeit in Deutschland. Es herrschte Konsens darüber, dass die Übertragung des Systems auf die heimische Landwirtschaft schwierig sei. Außerdem diskutierten die Teilnehmer, welche Agrarumweltmaßnahmen sie für sinnvoll erachten, weil diese zum Beispiel nicht einfach nur gemacht würden, „damit man halt was gemacht hat”. Hierzu wurde die Forderung nach betrieblicher Einzelberatung in Sachen Umweltmaßnahmen und zur Anpassung an den Klimawandel gestellt. Die interessante Debatte wurde zum  Papier „Fehlverhalten in der Landwirtschaft” fortgesetzt. Am Nachmittag stand eine Besichtigung beim Gut Hartungshof auf dem Programm. Dort werden  eine Ölmühle und eine Marmeladen-Manufaktur betrieben und 400 Hektar Land mit Ackerbau, Grünland und Pensionspferdehaltung bewirtschaftet. Gespannt folgten die Teilnehmer den Ausführungen zur  Geschichte des Betriebes und zur Bewirtschaftungsweise auf den stark tonhaltigen Böden. Am gemütlichen Beisammensein am Abend nahmen auch Vertreter des Ministeriums, der saarländischen Landwirtschaft und des Saarländischen Bauernverbandes teil. So fand nochmals ein reger Austausch über aktuelle Ereignisse und Herausforderungen in der Landwirtschaft statt. Am Sonntag wurde das BDL-Papier „Strategieplan JunglandwirtInnen” durchgesprochen und die Delegierten berichteten aus den Landesverbänden.

Kurz und bündig
FAZIT:
Fachlich: Viele fachlich fundierte Diskussionsbeiträge; sehr interessanter Fachvortrag am Samstag                                
Persönlich: Gute Arbeitsatmosphäre, interessante und wichtige Themen für die Zukunft, leider war die Veranstaltung schlecht besucht.            
 
VORSCHAU:
Am 29. November/1. Dezember tagt der AK JumPo (Arbeitskreis ‚Jugend macht Politik‘) und am  9. Dezember der AK Agrarpolitik im Vorfeld des Parlamentarischen Abends in Berlin. Der Frühjahrs-AK wird im Münsterland stattfinden.