Land und Leute | 07. November 2018

Praktikanten aus Osteuropa verabschiedet

Von der Redaktion
30 junge Auszubildende aus der Ukraine und Kirgistan haben in Süddeutschland ein sechsmonatiges landwirtschaftliches Praktikum absolviert. Ihre erfolgreiche Teilnahme wurde kürzlich in Denkendorf gefeiert.
Franz und Lucia Käppeler gratulierten ihrem Praktikanten Aslanbek Usenov aus Kirgistan zum Abschluss.
Am 21. Oktober 2018 verabschiedeten der Vorsitzende des Vereins AgrarKontakte International (AKI), Hans-Benno Wichert, und die Ministerialdirektorin am Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR), Grit Puchan, in der Festhalle Denkendorf 30 junge Auszubildende aus der Ukraine (24) und Kirgistan (6). Sie haben erfolgreich  im Rahmen eines Praktikantenprogramms ein landwirtschaftliches Praktikum in Süddeutschland absolviert. Die Praktikanten, die an landwirtschaftlichen Fachschulen in der ganzen Ukraine mit den Schwerpunkten Mechanisierung der Landwirtschaft, Agronomie und Veterinärwesen studieren, haben zusammen mit ihren jungen Berufskollegen aus Bischkek im 6000 Kilometer entfernten Kirgistan sechs Monate auf landwirtschaftlichen Gastbetrieben in Baden-Württemberg oder in Bayern ein Praktikum nach dem Motto „Lernen durch Tun” absolviert. Dabei stand vor allem die Mitarbeit bei allen anfallenden Stall- und Feldarbeiten von Frühjahr bis Herbst auf dem Praktikumsplan. „Die vom Verein  AKI seit fast 30 Jahren durchgeführten Praktikantenprogramme mit verschiedenen Ländern sind eine einmalige Chance für landwirtschaftliche Azubis. Neben fachlichen Kenntnissen werden auch Völkerverständigung betrieben und Netzwerke aufgebaut”, so Grit Puchan in ihrem Grußwort.
Kooperationsprojekt
Unter den ukrainischen Praktikanten war auch eine Gruppe von 14 Auszubildenden, die erstmalig über das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte Kooperationsprojekt unter dem Titel „Förderung der Berufsausbildung an landwirtschaftlichen Colleges in der Ukraine” (FABU)” nach Deutschland kommen konnten. Das Projekt wird von einer Arbeitsgemeinschaft der international agierenden ADT Project Consulting GmbH, der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen sowie dem Unternehmen PPMA durchgeführt.  „Das Praktikantenprogramm ist wichtiger Bestandteil der Ausbildung”, so Nadine Kohnle, Vertreterin des BMEL.
25 Jahre Erfahrung mit Praktikanten
Die Familie von BLHV-Vizepräsident Franz Käppeler aus Stockach-Seelfingen, die auf die Zucht von Milch- und Fleckvieh spezialisiert ist und 110 Hektar Ackerland bewirtschaftet, hat in über 25 Jahren der Aus- und Weiterbildung von jungen Menschen aus dem Ausland überwiegend positive Erfahrungen gemacht. „Zusammen leben und arbeiten erfordert ein ständiges Aufeinander-Zugehen und Kompromissbereitschaft von beiden Seiten”, so Franz Käppeler. Genauso wichtig sei es, dass die Betriebsleiterfamilie anfangs  nicht zu hohe Erwartungen an ihre Praktikanten stellt. Der Betriebsalltag in Deutschland sei meist ein völlig anderer, als es die jungen Leute aus ihrer Heimat kennen, weiß Gastmutter Lucia Käppeler. Dazu kommen häufig noch Sprachschwierigkeiten. Wichtig sei deshalb eine angemessene Einarbeitungszeit. Aslanbek Usenov, Käppelers diesjähriger Praktikant aus Kirgistan, hatte schnell bei seiner Gastfamilie ein zweites Zuhause gefunden. Auch seine Kollegen Maxym Sabko und Oleksandr Piskurovski aus der Ukraine bedankten sich ausdrücklich bei ihren Gastfamilien für das zurückliegende halbe Jahr in Deutschland. Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung leistet auch das AKI-Team, das die Praktikanten persönlich auswählt, alle administrativen Vorgänge übernimmt und  bei Fragen und Problemen zur Seite steht. Außerdem organisiert der Verein regelmäßig Fachexkursionen und kulturelle Besichtigungen für die jungen Leute. Im Rahmen der Abschiedsfeier wurden Ivan Yatsenko, Bohdanna Mudak und Kumarbek Obozbek Uulu als die drei besten Praktikanten ausgezeichnet. Bauernfamilien, die Interesse haben, einen Praktikanten aus Osteuropa auf ihrem landwirtschaftlichen Betrieb aufzunehmen, erhalten Infos beim AgrarKontakte International (AKI) e.V., Wollgrasweg 31, 70599 Stuttgart, Tel. 0711/2140-300, E-Mail: aki@agrarkontakte.de.