Land und Leute | 08. März 2018

„Stellen Sie ein Trampolin in die Milchküche”

Von Rita Bolkart
Gute Stimmung herrschte beim Landfrauentag des Bezirks Villingen in St. Georgen-Peterzell (Schwarzwald-Baar-Kreis). Dazu trug der Vortrag von Gedächtnis- und Mentaltrainer Thomas Drach bei. Lauritta Dieterle wurde als Bezirksvorsitzende verabschiedet.
Zum Abschluss seines Vortrags beim Bezirkslandfrauentag Villingen spielt Gedächtnis- und Mentaltrainer Thomas Drach ein Mantra. Unterstützt wird er von Nicole Kriehn, Vorsitzende des ausrichtenden Vereins Rund ums Glasbachtal und ihren Töchtern Nila (li.) und Finja.
„Stellen Sie ein Trampolin in die Milchküche, rennen Sie ums Haus oder klatschen Sie im Melkstand”, riet Thomas Drach nicht ganz ernst gemeint in seinem Vortrag „Fit im Kopf in turbulenten Zeiten”. Er verdeutlichte in seinem lebhaften und unterhaltsamen Referat, was er damit meinte. Klatschen verbindet das Gehirn mit Positivem, deshalb stellt sich ein gutes Gefühl ein, wenn man ausgiebig klatsche, erläuterte er.
Dieser Schalter von Negativ auf Positiv lasse sich auch weniger aufwendig umlegen, erklärte Drach. In Glücksmomenten, anstelle von Klatschen, riet er dazu, einen Moment innezuhalten und zu genießen. Wer dabei die Fingerspitzen von Daumen, Zeige- und Mittelfinger als Signal zusammenführe, könne später in schwierigen Momenten ein Glücksgefühl herbeiführen.
Diese gesammelte Speicherung von Erfolgsmomenten ändere die Grundstimmung schlagartig und eröffne neue Perspektiven. Gut drei Wochen lang müsse das Training dazu dauern, bis sich erste Erfolge einstellten.
Sich in die Arbeit verlieben
Drach ermutigte seine Zuhörerinnen, sich Zeit für das Innenleben zu nehmen und auch mal liegengebliebene Arbeit einigermaßen liebevoll zu betrachten. Nur ein geladener Akku stehe jederzeit bereit, verdeutlichte er. Drei Minuten Ruhe und sich zurückziehen reichten schon aus. Vor allem, wenn es gelinge, Gedanken unbewertet fließen zu lassen und sich in eine neutrale Beobachtungsposition zu begeben.
Die schnellste Form, Ziele zu erreichen, sei, sich in ein Thema oder eine Arbeit zu verlieben. Wer den Sinn erkenne, habe die größte innere Lernmotivation mit den entsprechenden Erfolgen, erklärte Drach. Überkreuzbewegungen förderten die Verbindung der beiden Gehirnhälften und verbesserten die Durchblutung für eine bessere Gehirnleistung. „Ihr Gehirn liebt Bewegung”, gab er als Ratschlag mit.
Als Wunderkraft  bezeichnete Drach die Vorstellungskraft. Er ermutigte dazu, neue Wege zu denken und Unerfreulichem mit positiven Vorstellungen die Schwere zu nehmen. „Was wäre, wenn mir diese Arbeit leichtfallen würde?”, nannte er ein Beispiel.
Abschied und Ehrung
Mit seiner Merkfähigkeit verblüffte er sein Publikum. Mit bildhaftem Denken, dies erlebten die Frauen an diesem Nachmittag, ist es viel leichter, sich etwas zu merken. Und: Eine naturbelassene, abwechslungsreiche Ernährung, ein erfülltes Leben, viel Bewegung und Zeit für Ruhepunkte hielten den Kopf fit, selbst wenn es turbulent werde, fasste er zusammen.
Als Geheimwaffe riet er zum Musizieren, zum Einzel- oder Chorgesang. Bei musikalischer Betätigung würden im Gehirn zusätzliche Areale aktiviert, die auch für andere Aufgaben später zur Verfügung stünden. Mit einem Mantra bewegte er abschließend alle zum gemeinsamen Gesang.
V.li.: Renate Mayer vom Vorstandsteam des Landfrauenbezirks Villingen ehrt Birgitta Dryzga und Frieda Nill für ihre neunjährige Tätigkeit in den Vorständen der Ortsgruppen und verabschiedet Lauritta Dieterle als Bezirksvorsitzende. Präsidentin Rosa Karcher begleitet die Ehrung.
Renate Mayer aus dem Bezirksvorstand und Präsidentin Rosa Karcher verabschiedeten Lauritta Dieterle als Bezirksvorsitzende bei herzlichem Applaus. Sie hatte, im Team oder solo, von 2004 bis 2017 an der Spitze des Bezirks gewirkt. Außerdem wurden Frieda Nill, Ursula Glunk und Birgitta Dryzga für jeweils neunjährige Tätigkeit in Vorstandsämtern der Ortsvereine geehrt und ausgezeichnet.
Die Glockenspielgruppe des Trachtenvereins St. Georgen hatte den Nachmittag mit bekannten Weisen eröffnet.