Politik | 11. July 2019

Die Stimmung trübt sich weiter ein

Von AgE
Die Landwirte in Deutschland schauen mit weniger Zuversicht in ihre wirtschaftliche Zukunft. Das belegen die Ergebnisse des jüngsten Konjunkturbarometers Agrar, bei dem 851 Bauern in Deutschland befragt wurden.
„Landwirte scheuen derzeit Investitionen in Wirtschaftsgebäude und auch Maschinen, weil politische Planungssicherheit fehlt”, stellte DBV-Präsident Joachim Rukwied fest.
Demnach wird die aktuelle wirtschaftliche Situation zwar etwas besser beurteilt; die Zukunftserwartungen haben sich jedoch deutlich verschlechtert. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) am Montag berichtete, ist der Indexwert des Barometers von zuvor 22,3 auf 20,4 Punkte gesunken. Er liegt damit erheblich unter den Werten früherer Jahre, als in der Spitze 37 Punkte erreicht worden waren. Der Indexwert fasst die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zusammen.
Investitionsplanungen verhalten
Verhalten fallen die Investitionsplanungen der Landwirte für die kommenden sechs Monate aus. Nur 28 Prozent wollen dem DBV zufolge in dieser Zeit investieren. Das geplante Investitionsvolumen entspricht mit 4,1 Milliarden (Mrd.) Euro dem der März-Erhebung und übertrifft den Vorjahresstand um 0,7 Mrd. Euro. Das hohe Niveau der Jahre 2013 und 2014 mit geplanten halbjährlichen Investitionsvolumina von gut 6 Mrd. Euro wird jedoch weit verfehlt.
Vom aktuell geplanten Investitionsvolumen entfallen auf den Bereich Ställe und Stalltechnik 2,3 Mrd. Euro; das sind 0,4 Mrd. Euro mehr als vor zwölf Monaten. Das Plus wird laut DBV fast ausschließlich mit Investitionen in Stallbautechnik begründet. Mit jeweils nur 0,7 Mrd. Euro fallen die vorgesehenen Investitionen in Maschinen und in Erneuerbare Energien im Jahresvergleich unverändert niedrig aus. Mit 1,1 Mrd. Euro erheblich höher seien dagegen die geplanten Investitionen in den Landkauf.
„Landwirte scheuen derzeit Investitionen in Wirtschaftsgebäude und auch Maschinen, weil politische Planungssicherheit fehlt”, stellte DBV-Präsident Joachim Rukwied fest. Er forderte „wieder mehr Verlässlichkeit und Langfristigkeit in den politischen Entscheidungen, wenn wir den Landwirtschaftsstandort Deutschland halten wollen”. Rukwied wies zudem darauf hin, dass Investitionen in eine leistungsfähige Landwirtschaft auch viele Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen sicherten. Investitionen in Ställe gingen grundsätzlich mit mehr Tierwohl einher.
Die Liquiditätslage in den Betrieben hat sich seit dem Frühjahr laut dem Barometer kaum verändert. Als Spätfolge des Dürresommers 2018 sei die Liquiditätssituation im Osten Deutschlands immer noch etwas angespannter; 16 Prozent der Landwirte dort sprächen von einer angespannten oder sehr angespannten Situation, nur 35 Prozent von einer entspannten Liquiditätssituation, berichtete der DBV.